Erlebnispädagogik

Die Erlebnispädagogik ist ein Fachgebiet der Pädagogik. Sie ist eine handlungsorientierte Methode und will durch exemplarische Lernprozesse, in denen junge und jung gebliebene Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diese in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und sie dazu befähigen, ihre Lebenswelt selbst-/verantwortlich zu gestalten.

Handlungsorientierung: Ganzheitlichkeit, Integralität

Wissen, Fähigkeit und Werte werden über direkte Erfahrungen erarbeitet und vermittelt. Unter Ganzheitlichkeit ist zu verstehen, dass alle Dimensionen des Menschen angesprochen werden, das heißt Körper, Geist und Seele. Die integrale ergänzt die ganzheitliche Methode durch Proportionalitätsfaktoren. Auf dieser Grundlage werden nicht nur Situationen mit vorhersehbaren Ergebnissen initiiert, sondern Prozesse mit Potenzial zur Emergenz in Gang gesetzt.

Erlebnischarakter

Charakteristisch für die Erlebnispädagogik ist, dass die Lernsituationen außergewöhnlich sind, das heißt vielfältig, nicht alltäglich, real und ernsthaft sein müssen, um so Grenzerfahrungen zu ermöglichen. Ungewöhnliche und außerordentliche Situationen erhöhen die Chance, dass aus einem Ereignis ein nachhaltig wirkendes Erlebnis wird. Deshalb findet Erlebnispädagogik mit Distanz zum Alltag statt.

Pädagogisches Arrangement

Erlebnisträchtige Situationen werden erst zum erlebnispädagogischen Arrangement, wenn sie pädagogisch instrumentalisiert werden. Dazu gehören einerseits gezielte Planungen und Realisierungen von Angeboten, andererseits aber auch – was wichtig für den Erfolg der Maßnahme ist – die Begleitung von erlebnispädagogisch geschulten Begleitern.

Lernmodell

Das Metaphorische Modell gilt als das Modell der Zukunft. Es wurde entwickelt, um Reflexion zu fördern, aber gleichzeitig die Erfahrungen und Erlebnisse nicht zu zerreden beziehungsweise zu überfrachten. Die Lernsituation soll möglichst ähnlich zur Lebensrealität der Teilnehmer ausgestaltet werden. Die Lernrichtung der Teilnehmer kann unter anderem durch Beispiele, Geschichten und Metaphern beeinflusst werden.

Transfer

Der Transfer ist ein entscheidender Faktor des Lernens und meint die Übertragung von Lernerfahrungen in Lebenszusammenhänge und Alltagssituationen der Teilnehmer. Es werden in der Erlebnispädagogik drei verschiedene Formen des Transfers unterschieden: der fachspezifische, der fachübergreifende und der metaphorische Transfer.

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Der integrale Transfer

Beim integralen Transfer werden alle drei Formen zugleich aktiviert: konkrete Verhaltensweisen und Lerninhalte werden soweit verinnerlicht, dass sie in anderen Lernsituationen verfügbar sind, sie keine Fertigkeiten, sondern grundlegende Muster übertragen und sie zu Verhaltensänderungen führen können (Beispiel: Parameter 1 [das Wissen vom Gang des Menschen und der Menschheit in drei Phasen] kann auf glückliches, zielorientiertes, sinngebendes, innovatives und erfolgreiches Handeln und Selbstorganisieren übertragen werden.)

Der Transfer ist nicht bloß in der Erlebnispädagogik die Herausforderung schlechthin. Nach Grow-Jr sollte auch der Pädagoge im Klassenzimmer ein Entertainer beziehungsweise Schauspieler sein. Die Reformierung des zu stark kopfbetonten, sitzgefesselten Schulunterrichts – der zunehmenden Schulverdruss, Schulmüdigkeit und wachsende Schulverweigerung im Gefolge hat – steht im öffentlichen Bereich noch weitreichend aus. Indes hat GrowHow® den Transfer nicht nur auf erlebnispädagogische Beine gestellt, sondern unter integral-systemischen Kriterien weiter ausgebildet.

Die Erlebnischarakteristik

Erlebnisse sind Bewusstseinsvorgänge, in denen der Mensch tief innerlich und ganzheitlich von der Sinn- und Wertfülle eines Gegenstandes ergriffen wird.

Erlebnisse ergeben sich, im Gegensatz zu Ereignissen, nur aus der subjektiven und individuellen Ansicht des einzelnen Menschen.

Einzelne Situationen werden erst zu Erlebnissen, wenn sie vom Betrachter als etwas Besonderes, beziehungsweise Außeralltägliches wahrgenommen werden.

Der freie Mensch

Erlebnispädagogik hat den freien, begabten Menschen zum Ziel. Unsere Gesellschaftsordnung hat jedoch den funktionalen, produktiven Menschen zum Ziel. Ein massiver Gegensatz, der schon zur Zeit des Gründervaters des erlebnispädagogischen Gedankens bestand.

Alles ist gut, wie es aus den Händen des Schöpfers kommt, alles entartet unter den Händen des Menschen. (Jean-Jacques Rousseau)

Dieser erste Satz aus „Emile“ verdeutlicht zu Beginn den Hauptgedanken des Werkes, der häufig mit dem Schlagwort „Zurück zur Natur“ wiedergegeben wird.

Es fängt nicht alles in dir drinnen an, wie man heute vielerorts vernimmt [um die Schuld für alles an den Einzelnen abzuwälzen]. Es fängt alles eher noch in deiner Umgebung an. (George M Grow-Jr)

100 Jahre später wurde Rousseaus Arbeit von Henry David Thoreau (1817–1862) weitergeführt. Thoreaus Ziel war das ursprüngliche und unmittelbare Leben ohne Mittler. Thoreau machte, wie auch Rousseau den damals herrschenden Zeitgeist, wie Luxus, Bequemlichkeit, Mode, Zivilisation und Technik für den Verlust der Unmittelbarkeit verantwortlich. Er ging davon aus, dass ein Erlebnis in Form einer Auszeit vom vertrauten sozialen Umfeld und den alltagsbedingten Verpflichtungen einen inneren Perspektivwechsel anstoßen kann.

Ähnliches finden wir in Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“. Hauptfigur des Romans ist Ulrich, der nach verschiedenen Versuchen, in einem Beruf seine Berufung zu finden (z. B. als Mathematiker, Ingenieur oder Offizier), sich selbst einen einjährigen „Urlaub vom Leben“ bewilligt, „um eine angemessene Anwendung seiner Fähigkeiten zu suchen“ bzw. um anders und besser Mensch zu werden.

In Grows Roman „Wald“ zieht sich der gleichnamige Protagonist alle zwei Jahre in das am Großrußbach gelegene, verwaiste Gut seines Onkels zurück, das er nach drei oder vier Wochen mit neuen Eindrücken als neuer Mensch verlässt und auch gleich weiß, was zu tun vor ihm liegt, um sein Schicksal zu erfüllen.

Anders als Rousseau und Thoreau, der in einer selbstgebauten Blockhütte zweieinhalb Jahre lang ein bedürfnisloses, asketisches Leben im Walde führte, um zum eigentlich Wichtigen vorzustoßen, ist für Grow-Jr das Eigentliche, der Sinn des Lebens im Alltag unter den Menschen zu finden, nämlich die Teilnahme an der Schöpfung, Evolution. Die Natur oder das Abseits vom gesellschaftlichen, kulturellen und technischen Treiben ist kein Idealzustand, sondern ein Korrektiv für das Leben in der Zivilisation. Natur und Kultur sind zwei Seiten derselben Medaille. Fällt eine Seite weg, geht auch die andere verloren und mit ihr eine zweite Sichtweise, die es zu kultivieren gilt und in Grow-Jrs Geschichtstheorie der ersten von drei Phasen im Gang der Menschheit und des Menschen entspricht. Zusammen ergeben sie Phase drei:

Integralität

GrowHow® hält naturalistische, autogene und kulturelle Erlebnisse für Sie und Ihre Familie bereit. Neben dem Erleben steht der Versuch im Vordergrund:

Die aktive Seite der Erfahrung ist Ausprobieren, Versuch – man macht Erfahrungen. Die passive Seite ist ein Erleiden, ein Hinnehmen.

GrowHow® Inhalte – insbesondere die 101 Integral-Parameter – präsentieren sich in erlebnisreichen Formaten. Dazu zählen:

  • die Bücher des Lebens®
  • internationale Ausstellungen
  • GrowHow® Partner werden
  • Creative Cloud
  • GrowHow® Aktionismus
  • GrowHow® Festival
  • Integrale Republik
  • Tempel meines Egos®
  • Weltkulturzentrum
  • Integralwissenschaft

Stilmittel

GrowHow® hat einen eigenen Kunststil entworfen, mit dem Inhalte intensiv erlebt werden können. Mit “Real Fantasy” werden nicht nur Formen, sondern Inhalte direkt und spontan wirksam. Nicht die Dauer, sondern die Intensität eines Erlebnisses und das persönliche Engagement sind für den Lernerfolg entscheidend.

Intention

Mit dem erlebnistherapeutischen Konzept von GrowHow® können Defizite der Gesellschaft bekämpft werden:

  • Mangel an Bildung
  • Mangel an Orientierung
  • Mangel an Urteilsvermögen
  • Verfall geistiger Tauglichkeit
  • Mangel an Freiheit
  • Sucht und Pervertierung
  • Mangel an Selbstverwirklichung
  • Mangel an psychischer Gesundheit
  • Mangel an Initiative und Spontanität
  • Indoktrinierbarkeit
  • Mangel an innerem Frieden
  • Mangel an Interesse und Sorgsamkeit
  • Mangel an menschlicher Anteilnahme
  • Mangel an Risikobereitschaft
  • Mangel an spiritueller Erfahrung
  • Mangel an Erfolg
  • Mangel an Glück und Erfüllung
  • Verfall körperlicher Tauglichkeit

Ergebnis

In der Pädagogik können Erlebnisse als etwas Gewolltes oder Erwünschtes angesehen werden. Tatsächlich aber sind diese nicht planbar oder voraussagbar, weil subjektiv bedingt. Erlebnisse sind zufällige, vielleicht sogar unbeabsichtigte Vorkommnisse, die erst durch die persönliche Einordnung in individuelle Kategorien, durch Reflexion und Vergleich zu Besonderheiten werden – im Nachhinein.

Was ein häufiger Kritikpunkt an der Erlebnispädagogik darstellt, ist von GrowHow® erwünscht: der Ausgang eines Erlebnisses ist nicht beschlossen. Der Teilnehmer soll selbst entscheiden, wohin seine Reise geht. Dazu sind die Erlebnisangebote wie Lesen, Betrachten, Hören, Besuchen, Mitmachen, Veranstalten, Managen, etc. ergebnisoffen (zum Beispiel sind die prosaischen Bücher des Lebens® oft als Streit zwischen Pro und Contra und GrowHow® Formate mit offenem Ende angelegt. Die Teilnehmer sind aufgerufen, die wichtigen Punkte im Erleben aus sich selbst heraus zu klären und sich vielleicht als Entdecker einer Sache zu profilieren.

Starten Sie mit den Büchern des Lebens ®

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